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Federazione Italiana Sport Del Ghiaccio
Elite Women’s Hockey League

Diese Silberne glänzt wie Gold

Die Eagles Südtirol krönen sich zum Vizemeister der EWHL


In Budapest stieg am vergangenen Wochenende der Showdown zur EWHL-Saison 2017/18. Für das Finale der besten Vier hatten sich die Vienna Sabres, KMH Budapest, die Eagles Südtirol und DEC Salzburg qualifiziert. Am Halbfinaltag spielten demnach Wien gegen Salzburg und Budapest gegen die Eagles.

Alle bisherigen drei Begegnungen in dieser Saison waren an die Ungarinnen gegangen, die Rollen waren also klar verteilt, nicht zuletzt angesichts der personellen Schwierigkeiten mit denen die Eagles in dieser Spielzeit besonders in der Verteidigung zu kämpfen hatten. Das Heimteam hatte den Einzug fest im Visier hat der Verein doch das stärkste Team aller Zeiten zusammengestellt. Wohlgemerkt sind alle Spielerinnen von Budapest bezahlte Profis. Hätte die Mannschaft das Turnier gewonnen, hätten alle Spielerinnen als Bonus ein Monatsgehalt extra ausbezahlt bekommen. Hätte.

Womit Budapest nicht gerechnet hatte war wohl die aggressive Spielweise der Eagles. Tatsächlich könnten die Ungarinnen über das gesamte Spiel ihre Stärken nicht wirklich ausspielen. Alexandra Huszak und Averi Nooren wurden von den Eagles aufs Abstellgleis gestellt und auch die kanadische Torfrau Stephanie Nehring erschien für das Top oder Flop Spiel mental nicht bereit.

Tatsächlich geht der Plan der Eagles auf und es gelingt in Führung zu gehen. Bereits in der 5. Spielminute gibt Eleonora Dalprà in Überzahl, der ungarischen Torfrau mit einem platzierten Schuss das Nachsehen. Um den Ausgleich zu bejubeln muss Budapest bis zum zweiten Drittel warten. Stacey Scott nutzt einen kapitalen Fehler in der Abwehr aus und netzt zum 1:1 ein. Führungstreffer Nummer zwei für die Eagles erzielt erneut Eleonora Dalprà, erneut in Überzahl. Sie hält die Schlägerschaufel in die scharfe Hereingabe von Valentina Bettarini und die Scheibe kullert über Nehring ins Tor. Nachdem Goalie Daniela Klotz zwei Mal einen Big Save, gegen Alexandra Huszak und Reka Dabasi auspackt, kann Budapest allerdings noch im zweiten Spielabschnitt in doppelter Überzahl ausgleichen. Beim Treffer ist der Schläger zwar eindeutig zu hoch, aber das scheint den Schiedsrichtern nicht aufzufallen. Und hier beginnen die Unparteiischen „mitzuspielen“, was Coach Fredy Püls veranlasst, die vier Spielleiter zur Bank zu bitten, um sie höflich zu ersuchen, es den Spielerinnen auf dem Eis zu überlassen das Spiel zu entscheiden. 

Im Schlussdrittel geht Budapest, erneut in Überzahl, zum ersten Mal in Führung. Das Spiel droht zu kippen, wäre da nicht der unbändige Wille der Eagles. Fünf Minuten vor Spielende steht Hanna Elliscasis goldrichtig und befördert einen schlimmen Abpraller von Budapests Torfrau, die den Schuss von Samantha Gius nicht kontrollieren kann, über die Linie. Nur 23 Sekunden die Sensation: Eleonora Dalprà kontrolliert die Scheibe hinter dem Tor der Ungarinnen und spielt Chelsea Furlani frei, die sofort abzieht und die Scheibe zum 3:4 in die Maschen haut. Budapest schmeißt alles nach vorne, aber das Eagles-Bollwerk hält auch in einer 6:4 Überzahlsituation dicht, nachdem Eleonora Dalprà die erneute zweifelhafte Bankstrafe absitzen muss. Die letzte gefährliche Chance für Budapest geht von der Kanadierin Averi Nooren aus, aber beim Eagles-Goalie ist Endstation. Ende, das Wunder ist Wirklichkeit! 

 

Im Endspiel um den Titel stehen sich am Sonntag dann wie schon 2015 die Vienna Sabres (8:1 Siege gegen Salzburg) und die Eagles Südtirol gegenüber. Die Rollen sind ungleich verteilt: Die Sabres hatten am Samstag gegen Salzburg ein eher lockeres Spiel absolviert und hatten einige Stunden mehr Regenerationszeit, den Eagles merkte man an, dass das Spiel gegen Budapest an den Reserven gezehrt hatte. Die Außenseiter beginnen zwar besser als Wien und haben gleich zwei richtig dicke Chancen, aber die Müdigkeit nagt auch an der Konzentration. So gelingt es den Sabres noch im ersten Drittel mit 2:0 in Führung zu gehen und die Eagles haben daraufhin nie wirklich eine Chance das Spiel in Griff zu bekommen. Das Endergebnis von 5:0 wird dem Spielverlauf zwar nicht unbedingt gerecht, aber den Titel holt sich Wien dennoch verdient.

 

 

03.03.2018

KMH Budapest - EVB Eagles Südtirol 3:4 (0:1,2:1,1:2)

 

Tore: 0:1 Bozen Dalprà E. (04:12 / Sutherland S.,Bonafini E. / PP), 1:1 Budapest Scott S. (26:00 / unassisted / EQ), 1:2 Bozen Dalprà E. (33:37 / Bettarini V. / PP), 2:2 Budapest Somogyi V. (37:56 / Grkovic J.,Varano A. / 5:3 PP), 3:2 Budapest Varano A. (46:36 / Dabasi R.,Grkovic J. / PP), 3:3 Bozen Elliscasis H. (54:20 / Gius S.,Bettarini V. / EQ), 3:4 Bozen Furlani C. (54:43 / Dalprà E.,Sutherland S. / EQ)

 

Mannschaftsaufstellungen:

KMH Budapest: Nehring S. (Nemeth A.), Nemeth B., Toth E., Varano A., Grkovic J., Ungar R., Szamosfalvi P., Horvath T., Ronai A., Dabasi R., Nooren A., Huszak A., Scott S., Somogyi V.

 

Eagles Südtirol: Klotz D.,  (Marangoni M.), Maier N., Bettarini V., Kraus L., Gowie A., Bertoluzzo A., Ebnicher N. Furlani C., Larger B., Sutherland S., Elliscasis H., Gius S., Callovini A., Bonafini E., Caumo A., Dalprà E.

 

Torschüsse: Budapest 42 – Eagles Südtirol 27

Strafen: Budapest 8 – Eagles Südtirol 18

 

 

04.03.2018

EHV Sabres Vienna - EVB Eagles Südtirol 5:0 (2:0,1:0,2:0)

Tore: 1:0 Sabres Bowman L. (03:54 / Matzka A. / EQ), 2:0 Sabres Bowman L. (14:58 / Hanser A.,Schafzahl T. / EQ), 3:0 Sabres Schafzahl T. (20:07 / unassisted / EQ), 4:0 Sabres Schafzahl T. (52:25 / Hanser A.,Granitz N. / EQ), 5:0 Sabres Trummer A. (56:51 / unassisted / EQ)

 

Mannschaftsaufstellungen:

Vienna Sabres: Vigilanti V. (Arnberger N.), Steele S., Granitz N., Matzka A., Wittich C., Heuberger K., Ausperger N., Willenshofer J., Bowman L., Hanser A., Schafzahl T., Mazurek J., Meixner A., Trummer A.

 

Eagles Südtirol: Klotz D.,  (Marangoni M.), Maier N., Bettarini V., Kraus L., Gowie A., Bertoluzzo A., Ebnicher N. Furlani C., Larger B., Sutherland S., Elliscasis H., Gius S., Callovini A., Bonafini E., Caumo A., Dalprà E.

 

Torschüsse: Budapest 40 – Eagles Südtirol 14

Strafen: Vienna Sabres 10 – Eagles Südtirol 8