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Elite Women’s Hockey League

Haarscharf am Überraschungssieg vorbei

Zwei Spiele in der EWHL standen am Wochenende auf dem Programm, das Samstagspiel gegen die Vienna Sabres fiel leider dem Verkehrschaos auf der Autobahn zum Opfer


Bozen 03.02.2019 – Dass es kein leichtes Unterfangen für die Wienerinnen werden würde, es bis nach Bozen zu schaffen, hatte sich schon am Freitag angedeutet. So kam es dann auch. Trotz hartnäckiger Versuche haben es die Sabres nur bis vor den Brenner geschafft. Dann war Ende der Fahnenstange. Ein klassischer Fall von höherer Gewalt. Nachholen wird man das Spiel aber nicht mehr können, denn es gibt bis zur Finalrunde der besten vier keine freien Termine mehr. Ein kniffliger Fall für den Sportrichter.

Ein besseres Los wurde den Ungarinnen des KMH Budapest zuteil. Nach dem 4:0 Sieg in Salzburg schlugen sie sich über Kärnten bis nach Bozen durch. Damit konnte wenigstens dieses Spiel über die Bühne gehen. Für Budapest war das Spiel von Bedeutung um eventuell die Sabres noch vom ersten Tabellenplatz zu verdrängen, für die Eagles, um einen Schritt nach vorne in Richtung Finalrunde zu machen. Die aufgrund verschiedener Ausfälle nur mit zwei Linien angetretene Heimmannschaft legte dann auch gleich los wie die Feuerwehr und lieferte ihr wahrscheinlich bestes Spiel in der laufenden Saison.
Vor Spielbeginn wurde Valentina Bettarini für ihre 200 Spiele in der EWHL geehrt. In den Reihen der Vienna Sabres hatte sie vier Mal den Titel geholt, in den bisherigen zwei Saisonen mit den Eagles zwei Mal.
Zum Spiel. Mit 14:8 Abschlüssen dominieren die Eagles klar das Feld, können die Überlegenheit aber nicht in Tore umsetzen. Das erste Drittel endet torlos. Zu Mitte des Spiels setzt dann plötzlich Budapest, wie aus dem Nichts ein erstes Ausrufezeichen. Torschützin ist die erst im Januar wieder zum Team gestoßene eingebürgerte Kanadierin Averi Nooren, am Ende die Spielerin, die das Spiel entscheiden wird. Ebenfalls im Januar wieder zum Team gestoßen ist die kanadische Torfrau Stephanie Nehring, die allerdings nur als zweiter Torwart auflief.
Die Eagles haben auf die kalte Dusche aber eine gute Antwort parat: kaum eine Minute nach dem Tor der Ungarinnen, verwertet Sara Magnanini das Zuspiel von Shelby Perry zum Ausgleich. Auch das zweite Drittel endet damit unentschieden. Im Schlussabschnitt gehen die Eagles erneut mit Sara Magnanini – sie erzielt damit ihr erstes Doppelpack in der EWHL – in Führung. Die dauert aber auch nur knapp zwei Minuten. Stacey Scott wird vor dem Tor einfach „vergessen“ und kann das Zuspiel von Bernadette Nemeth seelenruhig verwandeln. Als Samantha Gius fünf Minuten vor Schluss den dritten Treffer für die Eagles erzielt, sieht alles sehr gut aus, aber es vergeht keine Minute und Budapest gleicht erneut aus. Mit Ende des dritten Drittels gibt es zunächst eine Strafe für Alexandra Husak und dann noch eine 5+20 Spieldauerstrafe für Budapests Bernadett Nemeth. In der Nachspielzeit erzielen die Eagles in Überzahl dann den vermeintlichen Siegestreffer, allerdings geht dem ein technischer Fehler bei der Strafzeitbemessung voraus und der Schiedsrichter annulliert nach Beratung das Tor zur Recht. Die Overtime bringt keine Entscheidung, aber im Penaltyschießen hat Budapest letztlich das bessere Ende für sich. Den entscheidenden Penalty verwandelt Averi Nooren.

Der eine Punkt ist für die Eagles aber dennoch Gold wert, denn direkter und einziger Verfolger Salzburg, müsste nun beide noch ausständigen Spiele innerhalb der regulären Spielzeit gewinnen, um die Eagles oder Aisulu Almaty noch abzufangen. Ein Gegner in diesen beiden Spielen sind aber genau die Eagles, die nur einen Punkt brauchen um alles klar zu machen.

 

Die Details zum Spiel:

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