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Elite Women’s Hockey League

Der Kaiserschmarrn

Zwei Mal mussten die Eagles am vergangenen Wochenende in der österreichischen Bundeshauptstadt aufs Eis. Mit 3 Punkten im Gepäck kehrten sie zurück. Es hätten durchaus mehr sein können…


Samantha Gius, Michela Angeloni und Beatrix Larger (v.l.n.r.) jubeln nach dem Führungstreffer gegen die Sabres

 

… wenn da nicht die verflixte Chancenauswertung wäre. Besonders das zweite Drittel im Spiel gegen die Sabres am Samstag war ein Schmarrn, der noch lange auf dem Magen liegen wird.

Am Freitagabend kreuzen die Boznerinnen zunächst mit den numerisch stark dezimierten WE-V Flyers die Schläger. Von der dünnen Spielerdecke lassen sich die Eagles aber nicht täuschen, denn gegen die immer verbissen kämpfenden Wienerinnen haben sie historisch so ihre Probleme. 

Dass das diesmal nicht so sein würde zeigte Kapitän Chelsea Furlani schon 21 Sekunden nach Spielbeginn. Auf Zuspiel von Beatrix Larger und Eleonora Dalprà gibt sie dem österreichischen Teamgoalie Theresa Hornich das Nachsehen. Noch im ersten Drittel erhöht Carola Saletta nach Vorarbeit von Diana Da Rugna auf 2:0. Die Flyers können bis dato nur 2 Torschüsse anbringen.

Das zweite Drittel gleicht dem ersten wie ein Ei dem anderen; es wird fast ausschließlich vor dem Wiener Tor gespielt und erneut ist es Chelsea Furlani im Zusammenspiel mit Eleonora Dalprà, die für das 3:0 sorgt. Noch vor Drittelende nutzt die Amerikanerin den Assist von Carola Saletta und Anneke Orlandini und erhöht auf 4:0. Das letzte Drittel endet torlos. 52 zu 12 Torschüsse sprechen Bände, unterstreichen aber erneut die Schwierigkeit der Eagles ihre Chancen in Treffer umzumünzen. Das vierte Shut-out im insgesamt sechsten Spiel ist da nur bedingt ein Trost.

Dass gegen die Sabres statt Walzer Marschmusik gespielt werden muss, war den Mädchen von Max Fedrizzi natürlich klar. Und tatsächlich beginnen sie gegen die ohne Goalgetterin Pia Pren angetretenen Säbelzahntiger ungemein druckvoll. Nach sieben Minuten netzt Michela Angeloni auch schon ein. Den Schuss von Eleonora Bonafini kann Torfrau Victoria Vigilanti nur nach vorne abwehren und die Nummer 69 der Eagles steht goldrichtig. Der Druck auf das Wiener Tor wird daraufhin noch erhöht, aber selbst Großchancen werden ausgelassen. Besonders bei Eleonora Dalprà will es mit dem Tore schießen einfach nicht klappen. Die Wienerinnen nutzen eine Überzahlsituation Chance zum Ausgleich. Die Eagles bekommen die Scheibe nicht vor dem Tor weg und Anna Meixner erbt.

Im zweiten Drittel zeigen die Wienerinnen wieso sie in der EWHL wohl das Maß aller Dinge sind: sie machen selbst aus Nichts Tore. In der 2. Spielminute verwertet die vor dem Tor völlig allein gelassene Kaitlin Spurling einen Rebound zum 2:1. Dieser Treffer geht nicht spurlos an den Boznerinnen vorbei, die ihre Felle davonschwimmen sehen. Tatsächlich nutzen die Wienerinnen fünf Minuten vor Ende des zweiten Drittels den schwachen Moment der Gäste erneut mit Regan Boulton. Für Torfrau Daniela Klotz gibt es auch bei diesem Treffer nichts zu halten.

Auch im dritten Aufeinandertreffen in dieser Saison behalten die Sabres also die Nase vorn, aber die Eagles kommen ihnen näher: nach einem 5:0, dem 5:2 bei Europapokal nun das 3:1, wobei – und das passiert nach insgesamt 7 Spielen gegen die Sabres (die letzte Saison mitgerechnet) zum ersten Mal – die Boznerinnen die Torschussstatistik mit 31 zu 26 für sch entscheiden. Was jetzt noch fehlt ist die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor.